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EU-Parlament verschärft Klimaziel-Emissionssenkung um 60 Prozent.

 

 

Das Europaparlament hat das EU-Klimaziel bis 2030 verschärft. Ziel müsse es sein,
bis 2030 den Ausstoß von Treibhausgasen um 60 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu senken,
entschieden die Abgeordneten. Ursprünglich hatte die EU-Kommission eine Reduktion um
mindestens 55 Prozent veranschlagt. Die Abgeordneten des EU-Parlaments konnten jedoch
über Änderungsanträge abstimmen. Das 60-Prozent-Ziel erhielt nur eine knappe Mehrheit.

Derzeit gilt: Die EU will ihre Treibhausgase bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich
zu 1990 reduzieren. Die EU-Kommission hob das Klimaziel jüngst an und wollte unter
anderem bis 2030 die Treibhausgasemissionen in der EU im Vergleich zu 1990 um
„mindestens 55 Prozent“ senken. Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte die
Verschärfung Mitte September bei ihrer Rede zur Lage der EU angekündigt. Das Ziel soll helfen,
das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten. Nun will es das EU-Parlament weiter verschärfen.

m Pariser Klimaabkommen von 2015 hatten sich die Länder darauf geeinigt,
die globale Durchschnittstemperatur in diesem Jahrhundert auf unter zwei Grad
über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und sich um ein Limit von 1,5 Grad zu bemühen.

Laut einem Sonderbericht des Weltklimarats IPCC hätte ein Temperaturanstieg
um 1,5 Grad deutlich weniger schwerwiegende Folgen. So wären bei einem Anstieg
um zwei Grad wahrscheinlich zehn Millionen Menschen mehr vom Meeresspiegelanstieg
betroffen, die Wahrscheinlichkeit für Extremwetterereignisse würde steigen und
es wären deutlich mehr Anpassungen an den Klimawandel nötig.

Experten zweifeln, ob dieses Ziel noch einzuhalten ist.
Laut der Weltwetterorganisation (WMO) könnte die globale Durchschnittstemperatur
bereits in einem der kommenden Jahre auf 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau steigen.
Den einen zu lasch, den anderen zu streng

Zum ersten Mal beschließt eine europäische Institution das Klimaziel von
60 Prozent.

Andere Abgeordnete sehen das 60-Prozent-Ziel hingegen als zu hoch gesetzt: die nun anstehende Konkretisierung der
Gesetzgebung in den kommenden Wochen werde „den Irrsinn dieser Vorgabe“ aufzeigen.
60 Prozent bis 2030 gehen extrem über die Pariser Klimaziele hinaus.

 

Der zuständige Kommissionsvize Frans Timmermans hatte vor der Abstimmung im Europaparlament für den
Vorschlag der EU-Kommission geworben. Das Ziel, bis 2030 den Ausstoß von Treibhausgasen um
mindestens 55 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu senken, sei bereits ehrgeizig, so Timmermans.

Klimaaktivisten gehen die Pläne dagegen nicht weit genug, sie werfen der EU-Kommission Zahlenbetrug vor.
Bei der Berechnung von Emissionen würden wichtige Aspekte vernachlässigt – etwa internationale Flüge.

Das Europaparlament stimmt am Mittwoch noch über weitere Änderungsanträge ab. Ab Mittwochabend
soll dann der gesamte Text zur Abstimmung gestellt werden. Die Ergebnisse dazu werden allerdings
erst am Donnerstagmorgen erwartet, da die Abgeordneten derzeit per E-Mail abstimmen.
Anschließend müssen Parlament und EU-Staaten noch eine gemeinsame Linie finden.

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