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EEG-Novelle 2021 – der erhoffte Schub für Erneuerbare Energien? Teil 2

Bei den derzeitigen Anlagengrößen (ca. 3,3 MW installierte Leistung) und
einer angenommenen Auslastung von ca. 3500 Stunden pro Jahr erhielten die Gemeinden jährliche
Zahlungen in Höhe von ca. 23.000 Euro pro Anlage. Ob die Akzeptanz der betroffenen Bürger und
Bürgerinnen vor Ort durch eine solche Beteiligung erkauft werden kann, bleibt abzuwarten.
Die Neuregelungen stießen teilweise bereits vor der offiziellen Bekanntgabe der EEG-Novelle 2021
auf deutliche Kritik der Interessenvertreter. Insbesondere der festgelegte Ausbaupfad wird als
unzureichend kritisiert. Der Stromverbrauch im Jahr 2030 werde deutlich höher sein als von der
Bundesregierung angenommen. Das 65-Prozent-Ausbauziel könne daher nur bei noch stärkerem Ausbau der EEG-Anlagen erreicht werden.

Erstaunlicherweise fand eine weitere Neuregelung, die praktisch zu einer nicht unwesentlichen
Kürzung der Förderung künftiger EEG-Anlagen führen dürfte, bisher nur wenig Beachtung in der
öffentlichen Diskussion. Die Neuregelung sieht vor, dass die Förderung der Stromproduktion aus
künftigen EEG-Anlagen in bestimmten Zeiträumen entfällt, und zwar dann, wenn der Börsenstrompreis
in einem 15-Minuten Intervall negativ ist. Der Wegfall der Förderung bei negativen Strompreisen
ist nicht gänzlich neu. Bereits mit der Novellierung des EEG im Jahr 2014 wurde ein Wegfall der
Förderung vorgesehen, wenn der Börsenstrompreis in mindestens sechs aufeinanderfolgenden Stunden negativ ist. Diese Regelung gilt grundsätzlich für Anlagen, die ab dem 1. Januar 2016 in Betrieb genommen wurden.

Stunden mit negativen Strompreisen, auch in sechs aufeinanderfolgenden Stunden, sind heutzutage keine absolute Ausnahme mehr. Bereits die derzeitige Regelung führt bei Betreibern von EEG-Anlagen daher zu erheblichen Einnahmeverlusten. Bei großen Anlagen, etwa Offshore Windparks, erreichen die Einnahmeverluste mehrere Millionen Euro pro Jahr und Park. Die Förderung für künftige EEG-Anlagen entfiele aufgrund der Neuregelung bereits bei jeder Stunde mit negativen Strompreisen. Projektentwickler werden dadurch vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Einnahmen aus der Stromerzeugung werden zunehmend unsicher undschlechter planbar. Dies könnte sich auch negativ auf Finanzierungskonditionen auswirken.
Ein kosteneffizienter Ausbau der EEG-Anlagen wird durch solche Regelungen nicht gefördert.

 

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